Immer neue Denkanstöße
Immer neue Denkanstöße



Immer neue Denkanstöße

  Startseite
    Allgemeines
    Acme.Rad1o
    Privates für die Öffentlichkeit
    Kurioses
  Über...
  Archiv
  Impressum



  Links
   Meine Homepage - die Idee eines speziellen freien Radiosystems
   Direktlink zur aktuellen Homepage
   Egal ob EM-Beauftragter, Wahlkandidat von "Der P.A.R.T.E.I." oder Sprecher der Merian-WG, es gibt nichts, was er nicht ist
   Leute mit Durchblick ist für viele ein Begriff. Aber lest doch auch seine Kolumnen.
   Die BILD lügt - und das BILDBlog deckt es auf
   Mitblogger des BILDBlogs. In seinem Blog geht er aber auf andere Medien ein



http://myblog.de/saschap

Gratis bloggen bei
myblog.de





Die Universitätsbibliothek - Geldgeil und Beschwerderesistent

Erstmal vorweg: Ich gebe es zu: Ich habe das Buch zu spät abgegeben. 2 Tage zu spät. Die Gründe waren, dass ich am Montag das Buch zuhause vergessen hatte und am Dienstag nicht an die GesWi Rudolfskai kam, hatte an der Akademiestraße zu tun.

Die Überziehungsgebühren von 30 ct sehe ich also als gerechtfertigt an, nicht aber die Mahngebühren von 1,65 ct, die mir obendrein aufgebrummt wurden.

Das aus mehreren Gründen:

1. Der Zeitraum: Eine Mahnung wird abgeschickt, wenn man das Buch DREI Tage überzogen hat. Außer es ist vorgemerkt. Dann nach 2 Tagen... doch halt, wie ich durch die lange Diskussion feststellen durfte, reicht es auch aus, wenn man 5 Minuten zu spät an der Bibliothek ankommt (also quasi um 16:05 am Rudolfskai), dann darf man gleich einen Tag mehr zahlen bzw. kriegt eine Mahnung, obwohl man das Buch längst in den Bücherkasten geschmissen hat. Grandios, oder? Hauptsache, es können so viele Tage wie möglich abgerechnet werden.

2. Die Höhe: 1,65 für eine Mail! Ich sage nichts dagegen, wenn eine schriftliche Mahnung so viel kostet. Aber eine Email hat gefälligst billiger zu sein. Ich nenne denen doch nicht extra meine Emailadresse, nur damit sie damit Kasse machen können. Schön ist da ja auch das Gesetz: eine Mahnung ist gültig, wenn man sie abschickt... super, ich schick dann auch mal Mahnungen an Leute, am besten schon einen Tag vor Ablaufdatum. Dann kriegen die die Mahnung am Tag des Mahnungsbeginns... und wenn sie am Tag vorher bezahlt haben... scheiss drauf, die Mahnung hab ich ja abgeschickt.

3. Die Verbindlichkeit: Dass Mahnungen nötig sind, damit einige ihre Bücher abgeben, ist ja leider so. Bei mir aber nicht. Ich brauche keine Mahnung, um zu wissen, dass mein Buch fällig ist. Und wenn ich eine Mahnung nicht gelesen habe, aber mein Buch an dem Tag abgebe, weil ich es eh vorhatte, sehe ich nicht ein, wieso die Mahnung richtig sein soll. Mahnung soll einen ermahnen... aber wenn man gar nicht ermahnt werden muss, ist die Mahnung doch nutzlos. Außer für die Uni. Die kann ja wieder Geld verlangen.

Ganz ehrlich, für mich ist diese Abmahnerei echt nur Geldmacherei. Es kotzt mich ehrlich gesagt schon richtig an, vor allem dann die Sprüche, a l'a

"Sie hätten ja rechtzeitig verlängern können?" - Wie denn, wenn das Buch vorgemerkt ist?

"Halten sie einfach die Leihfristen ein, dann gibts keine Probleme." - Dem widersprech ich ja nicht, sondern mich kotzt diese Mahnwut an.

"Die Bücher, die sie in die Buchrückgabekästen schmeißen, werden am nächsten Tag zurückgebucht" - Also kann man die Kästen wegschmeißen, wer braucht Kästen, wenn sie einem nichts nützen?

"Andere brauchen die Bücher auch" - Sicher, und ich sage nichts dagegen, wenn man nach 3 Tagen eine Abmahnung kriegt... aber nach 2 Tagen??? Meist wird das Buch doch sowieso erst am nächsten Tag abgeholt. Ok, dann könnte er es schon am 3. Tag abholen. Aber meist bucht man Bücher doch so rechtzeitig, dass man etwaige Wartezeiten einplant.

"Wenn sie einen Brief kriegen würden, würde es auch 1,65 Euro kosten" - Gut, aber bei Email sind die Kosten gleich 0. Somit ist, anders als die postalgische Abmahnung, im Extremfall glatt von einem gewerbmäßigen Treiben zu Gewinnzwecken zu reden.

Wieso kann z.b. die erste Mahnung nicht kostenlos, die zweite Mahnung dafür teurer sein? Dann wird auf alle Fälle der bestraft, der ein Buch ewig nicht zurückgibt, aber nicht der, der halt ein Buch nicht zurückgeben konnte, weil er da verhindert war. Bzw. er es am 1. Überziehungstag um 16:05 in den Kasten geschmissen hat,und dann plötzlich Mahngebühren kriegt, obwohl er seine Leistung (das Buch vor dem 2. Überziehungstag abgeben) geleistet hat.

So sorgt die Bibliothek nur für eines: Man verliert die Lust, Bücher auszuleihen und zu lesen, wenn es nicht sein muss. Ist das im Sinne einer Bibliothek?
23.4.08 14:12


Internet = Schneckenpost?

Es ist nachts. 03:20 und bei CNN wird Clinton als Gewinnerin in Pennsylvania ausgerufen.

Aber das ist mir gerade egal. Mich nervt gerade eines: Das Internet ist gerade langsamer als es zu Zeiten der 1 MBit-Leitung war.

Das ist nicht normal. Wir haben immerhin jetzt eine 8MBit-Leitung. Aber ich kann mir vorstellen, woher dieses Problem kommt: Ich habe von einem Programm gehört, mit dem man angeblich den Proxy austricksen kann.

Nichts gegen den Willen einiger, die sehr restriktiven Einstellungen des Proxies umgehen zu können, z.b. dass weder FTP noch ICQ geht (sieht man von QIP ab, nur so als Tipp ). Dass man dafür, oder für einige Onlinegames gerne mal die Restriktionen umgehen will, kann ich verstehen.

Aber anscheinend werden t.w. auch sehr trafficlastige Programme eingesetzt. Und damit schaden diese Nutzer dieses Programmes wiederum uns. Denn sie überfordern damit unseren Proxy. Und das Ende der Geschichte? Da sie wahrscheinlich mehr gedownloadet kriegen, heisst es am Ende noch: "Seht doch, da sind wieder einige die viel downloaden, also sind doch die Downloads schuld, ok, ab jetzt darf man nur noch 500 MB pro Monat downloaden"... dann hätte die WIST das geschafft, was sie will: Uns total einschränken!

Ich bitte euch: Bitte denkt trotz allem auch an andere. Gegen vereinzelte Wünsche nach Umgehung des Proxies sage ich ja nix (auch ich würde gerne mal endlich meine Wikisoftware auf acme-radio.de aktualisieren, sofern das PHP von Funpic mittlerweile V5 erreichthat), aber wenn das einige dauerhaft machen, schaden sie am Ende uns allen. Und das kann doch nun echt nicht sein

Denn berechnet: Wenn wir 8 MBit haben, als 600 Kbyte pro Sekunde, heisst das bei 120 Usern, dass jedem durchschnittlich 5 KByte pro Sekunde zustehen. In der Nacht gerne etwas mehr, da schlafen die meisten, aber wir wollen doch nicht den Fehler vom März wiederholen, als wir mittels Downloadmanagern und ähnlichem 600 KByte auf 2-3 User verteilt hatten.

mfg Sascha
23.4.08 03:31


Mehrwertsteuer senken - wer zahlt am Ende drauf?

So, um mal meine Kommentare in einen einzelnen Text zu kriegen, hier sozusagen die Zusammenfassung der Kommentare 1-4 von mir bei dir, Georg. Nehme sie mir nicht böse bitte.

Georg Pichler hat in seinem Blog die Idee aufgegriffen, dass man gegen die steigenden Preisanstiege im Nahrungsmittelsektor gut durch eine Streichung des ermäßigten Steuersatzes für Lebensmittel vorgehen könnte.

Nun klingt die Idee einer Preisermäßigung um bis zu 10% recht schön (der Billa macht dies bereits bei seinen Billa-Family-Kunden bei verschiedenen Produkten), doch im Endeffekt wird sie, so meine Einschätzung, den Armen in Österreich nicht viel nützen.

Nun, und weil ich selbst ja gerne zu lange Texte mit zu langen Absätzen schreibe, bediene ich mich dieses Mal dem Stil von "Hart aber Fair", sprich kurze, aber prägnante Absätze und pointierte Fragen.

1. Die Ausgaben für Lebensmittel liegen in absoluten Zahlen zwischen 200-250 Euro im Monat, sofern man nicht täglich Hummer, Kaviar und Champagner zu sich nimmt. 10% davon sind also zwischen 20 und 25 Euro. Klingt schon mal nach nicht mehr so viel. Aber zumindest hätte man die dann.

2. Das Problem kommt nun: Wenn also allen Österreichern durchschnittlich 25 Euro vom Staat quasi geschenkt werden, muss er dafür mind. 200-250 Millionen Euro im Monat, sprich mind. 2,5 oder gar 3 Mrd. Euro im Jahr woanders auftreiben.

2.a. Dazu gleich mal zwei Fragen, Herr Pichler (machen wir es mal wie Herr Plasberg )

2.a.1. Wie kommen Sie auf 4-5 Mrd. Euro? Wenn ein Bauernvertreter von 15% durchschnittlicher Haushaltsausgaben für Lebensmittel spricht, wieso rechnen Sie in diese 15% noch 10% dazu, die angeblich für Dienstleistungen ausgegeben würden, für die Keine Mehrwertsteuer anfallen würde?

2.a.1.a. Denn erstens sind Dienstleistungen keine Lebensmittel, und somit völlig irrelevant.

2.a.1.b. Und zweitens: Was hat die prozentuale Summe der Ausgaben von Lebensmitteln und mehrwertsteuerfreien Dienstleistungen mit dem Anteil der Lebensmittel an der Mehrwertsteuer zu tun?

2.a.1.c. Ist es nicht eher so, dass wenn die Bürger 15% für Lebensmittel ausgeben, diese auch nur 15% der Gesamteinnahmen in die Mehrwertsteuer erbringen?

2.a.2. Wieso ist jemand mit 2.200 Euro Gesamteinnahmen Ihrer Meinung nach "reich"? Kommt es da nicht eher auf die Gesamtsituation dieses Menschen an, sprich ob er Familie hat, ob er zur Miete oder im Eigenheim wohnt, ob er Auto oder Fahrrad fährt, ob es Netto oder Brutto ist?

2.b. Richtig sagen Sie: Das Ziel dieser Senkung der Lebensmittelkosten soll den Konsum in anderen Bereichen wieder ankurbeln. Z.b. für neue Fernseher, MP3-Player, Zeitungen, usw.

2.b.1. Wieso aber wollen Sie dann ausgerechnet die Steuern auf diese Luxusgüter erhöhen und somit den Anreiz, diese Produkte zu kaufen, wieder kaputt machen?

2.b.2. Und wäre die Investition in eine private Vorsorge für die ärmeren Menschen nicht wichtiger als neuerlicher Konsum? Immerhin sind diese Menschen am meisten von der Altersarmut bedroht.

3. Nicht alle Akteure werden diese Preissenkung mitmachen, was einfach an ihrer Akteurscharakteristik liegt.

3.1. Nehmen wir die Produzenten: Selbst mit dem von ihnen angedeutetem Preismonitoring kann keiner diese zwingen, ihre Produkte einfach 10% teurer für den Einzelhandel zu machen. Diese Konzerne haben viel Macht, sie beliefern die meisten Supermarktketten, sind omnipräsent durch Werbung und Marketing und produzieren z.b. sogar die Billigversionen mit den Spar, Billa (Clever) oder Hofer-Aufdrucken.

3.2. Und nehmen wir die Einzelhändler: Wenn ein einzelner Händler seine Preise nicht senkt, könnte dieses durch das Preismonitoring gesehen werden. Problem ist nur: Die meisten Supermärkte sind in Ketten zusammengeschlossen, in denen die Preise zentral für die Regionen festgelegt werden. Und dann ist es egal, ob das Preismonitoring schreit, wenn alle ihre Preise erhöhen (bzw. nicht senken, obwohl sie es könnten), muss der Kunde notgedrungen bezahlen. Ob die Konzerne dann einige Peanuts an Strafe zahlen müssen, hilft diesen armen Menschen nicht.

3.3. Nehmen wir die Kommunen, Bezirke und stadteigenen Betriebe: Diese werden gerne die neuen Geldmittelvorkommen abschöpfen. Die letzten Renten- und Kindergelderhöhungen wurden durch Erhöhungen der Kindergartengebühren, Busticketpreise und Schulgeldanteile nicht nur wieder hereingeholt, nein, die Bürger zahlten sogar noch drauf.

3.4. Wir haben da mal eine Frage: Wie wollen Sie in einer freien Marktwirtschaft die Akteure dazu kriegen, gegen ihre eigenen Marktinteressen zu verstoßen?

4. Finanziert werden soll diese Senkung der MwSt durch Einführung einer Luxussteuer bzw. Steigerung des normalen Mehrwertsteuersatzes. Dass dadurch viel Geld reinkommt, sieht man an der Erhöhung in Deutschland 2007.

4.1. Wir haben da mal einige Fragen:

4.1.a. Wie soll der Konsum wieder angekurbelt werden, wenn ausgerechnet in den Bereichen, wo eine Konsumsteigerung durch die Wirtschaft erwünscht ist, die Preise stark ansteigen?

4.1.b. Was ist in Ihren Augen Luxus? Ist es schon Luxus, einen Fernseher zu haben? Dieser wird nach derzeitigem Sozialrecht als nicht pfändbar, weil lebensnotwendig erachtet, und dürfte somit kein Luxus sein. Ist ein Handy Luxus? Es wurden extra Sozialtarife eingeführt, damit auch ärmere Menschen ein Handy haben, welches heutzutage für den beruflichen Weg notwendig ist. Ist Auto fahren Luxus? In vielen Arbeitsangeboten wird ausdrücklich ein eigenes Auto vorausgesetzt.

4.2. Derzeit machen die Einkaufszentren wie der Europark, aber auch die Innenstadt von Salzburg gute Gewinne mit Kunden aus Deutschland. Die 1% Unterschied in der Mehrwertsteuer kriegen diese Zentren ohne Probleme durch Rabette oder Preisveränderungen unterboten, so dass Randgemeinden wie Freilassing und Bad Reichenhall seit Jahren um ihr Überleben kämpfen.

4.2.1. Noch eine Frage: Würde eine Luxussteuer oder Erhöhung des Normalsatzes der MwSt nicht gerade diese für Salzburg so wichtigen Steuereinnahmequellen schwer treffen? Die Österreicher werden in Scharen über die Grenze nach Slowenien, Tschechien, Deutschland, Italien, Ungarn oder in die Slowakei fahren, um dort billig einzukaufen.

4.2.2. Wem soll es am Ende was bringen? Wenn Spar durch den Europark nicht mehr so viel einnimmt, wird er die Preise da erhöhen, wo er noch hohe Einnahmen hat: Im Lebensmittelsektor. Würden so nicht die 10% innerhalb kürzester Zeit wieder aufgefressen werden?

5. Alles in allem ist für mich die Idee zu kurzfristig gedacht, sie übersieht total die Folgen, die es langfristiger auf die Wirtschaft hat. Auch die Idee, die Politiker aller Parteien müssten damit zufrieden sein, sagt nicht unbedingt was über die Idee aus. Vor allem nichts gutes

5.1. Dazu noch eine letzte Frage: Ist diese Idee von Ihnen ernsthaft gemacht worden? *g*

So, ich hoffe, diese Auflistung sagt so einiges, Kommentare sind gerne erwünscht, und wenn ihr wollt, könnt ihr morgen dann lesen, welche Aussagen daraus richtig sind, in unserer Nachlese :D
22.4.08 14:58


Warum ausgerechnet Salzburg?

Ich werde oft gefragt, wieso ich in Salzburg studiere.

Meist gebe ich als Grund meine Freundin Melanie an, was auch einer der Gründe ist, jedoch nicht der einzige. Denn um Melanie zu sehen, müsste ich ja nicht in der Salzburger Innenstadt wohnen, sondern könnte auch in Freilassing, Oberndorf, Hallein oder Eugendorf leben. Und ich wohnte zunächst ja auch in München, und hätte auch da Politik oder (wie ich erst später erfuhr) Zeitungswissenschaften studieren können.

Wieso also Salzburg?

Nun, das hat viele Gründe. Der Hauptgrund dafür, wieso ich die Stadt Salzburg dem Umland vorgezogen habe, liegt wohl daran, dass irgendwo in mir eine Art "Großstadtgen" schlummerte. Ich bin zwar in der Kleinstadt aufgewachsen, doch so richtig heimisch habe ich mich da nie gefühlt. Was nützen einem Natur und frische Luft vor der Tür, wenn man ewig zu Hause rumsitzt, weil es so wenig im Dorf zu erleben gibt (und anders als mein Bruder bin ich nicht der Typ, der sich in die dörfliche Kultur zwischen Freiwilliger Feuerwehr, Sportverein und Jugendzentrum eingliedern konnte (wofür ich ihn oft bewundete, was er sicher nicht glauben kann)).

Nun ja, woher kommt dieses Gen, wenn doch in meiner Familie (sieht man von meinem Onkel väterlicherseits ab, der in Berlin wohnt) seit Generationen nur Vor- und Kleinstädter gelebt haben? Nun ja, ein wenig schiebe ich es auf meinen Geburtsort. Anders als andere in Uetersen und Tornesch bin ich ja in Hamburg geboren worden. Allerdings kann das auch nicht die ganze Wahrheit sein, denn meine Geschwister wurden auch dort geboren, sind aber doch eher "Kleinstädter". Dieses Gen kann wenn also nicht alleine durch den Geburtsort bestimmt sein. Es braucht also noch weitere Eigenschaften, um eine Großstadt als Wohnort zu mögen.

Eine dieser Eigenschaften könnte der innerliche Wunsch sein, Dinge, die man gerne machen möchte, sofort machen zu können, sprich eine gewisse Ungeduld. Denn was viele Großstädter gar nicht mehr bemerken ist, dass sie doch gegenüber dem Umland viele Vorteile besitzen: Es gibt immer ein nahes Angebot an Supermärkten, Cafes, Kneipen, Sehenswürdigkeiten, oder auch einfach nur anderen Menschen, sprich sozialen Kontakten.

Für mich persönlich ist dabei die Möglichkeit, etwas schnell erreichen zu können, besonders wichtig. Viele Uetersener empfinden, dass sie sehr "nahe" an Hamburg wohnen, für mich war Hamburg dagegen immer weit weg. Tornesch liegt außerhalb des S-Bahn-Netzes, sprich von der Großstadt aus gesehen im "Outback". Obwohl es nur ca. 20 Kilometer sind. Und auch die beiden Mittelzentren Elmshorn und Pinneberg ersetzen nicht die Abstinenz einer S-Bahn-Station.




In dieser Sache liege ich auch konträr zu der Meinung der Tornescher Kommunalregierung, dass ein RE-Anschluss für Tornesch besser wäre als ein S-Bahn-Anschluss. Ein RE-Anschluss lässt die Stadt weiter aussterben, ebenso wie die Autobahn, die Menschen kommen zwar schnell nach Hamburg, doch da der Takt nur höchstens 20 Minuten bedeuten kann, bleibt die Stadt eigentlich abgeschnitten. Ein S-Bahn-Anschluss dagegen bringt, da er meist einen 10 Minutentakt bringt, die Stadt zwar an Hamburg heran, doch in einer ganz anderen Beziehung: Es wird einfacher, "mal auf einen Sprung" nach Hamburg zu fahren, statt dass es "ein Tagesausflug" ist. Allein das Gefühl, NICHT auf die Uhr schauen zu müssen, um einen Zug zu erreichen und nicht 30 oder 50 Minuten warten zu müssen, bringt eine Gemeinde gefühlsmäßig näher an die angrenzende Großstadt. Und macht sie somit attraktiver für Menschen, die nicht unterscheiden wollen zwischen Wohn- und Arbeitsstadt, sondern die in beiden Städten wohnen und arbeiten können.

Das konnte ich besonders in München erleben: Die dortigen Außengemeinden sind durch den weiträumigen S-Bahn-Anschluss viel mehr mit München verbunden. Die dortigen Bewohner von Städten wie Starnberg, Geltendorf, Erding oder Grafing wissen: Egal ob sie morgens zur Arbeit, mittags zum Einkaufen, abends in die Oper wollen, mit der S-Bahn sind sie schnell da und am späten Abend auch wieder unkompliziert zurück. Sie kommen von der Innenstadt direkt nach Hause. Die Fahrt nach München ist für sie also viel normaler als es die Fahrt nach Hamburg für viele Tornescher ist. Und merkwürdigerweise lässt das die Vorstädte nicht aussterben, sondern attraktiver werden.

Man könnte es auch so beschreiben: Mit einer RB oder einer Autobahn fühlt man sich als Vorstädter wie ein Besucher der Großstadt. Egal ob man in Hamburg arbeitet, Freizeit verbringt oder anderes macht, immer ist es nur eine Art Besuch, dessen Anreise und auch Abreise genau geplant werden muss.

Mit einer S-Bahn dagegen fühlt man sich wie ein Bestandteil der Stadt. Man gehört quasi mit zum großen Netzwerk Großstadt, dessen Ausmaße und Zugehörigkeit eben gerade durch das S-Bahn-Netz bestimmt wird, weil man nicht lange die Anreise planen muss, sondern einfach in die Bahn einsteigen und in der Innenstadt aussteigen kann.

Nun, ich bin ein wenig vom Thema abgedriftet, doch nur wenig, denn gerade das Vorhandensein eines guten ÖPNV macht für mich eine Stadt aus. Nun, man kann Salzburg da noch nicht als Paradebeispiel bezeichnen, doch die Stadt bessert sich langsam. (Und auch hier hat der S-Bahn-Effekt bereits gewirkt, seitdem die S-Bahn nach Freilassing fährt (und davor die Linie 24), hat die Stadt Freilassing nach einer Flaute in den 90er Jahren wieder Anschluss gefunden an den großen Lebensraum Salzburg.)




Wieso aber Salzburg und nicht z.b. München, Hamburg oder Wien?

Nun, Hamburg ging aus objektiven Gründen nicht, eben weil ich in Hamburg erst jetzt wahrscheinlich ein Studium in meinem Wunschstudiengang hätte beginnen können, NC und Studiengebühren sei dank. Dass so in Hamburg zu wenig Experten für die Region ausgebildet werden, auch da viele von Süddeutschland abgeworben werden, wird in Zukunft wahrscheinlich eine problematische Situation ergeben, derzeit wird diese noch zugedeckt durch Steigerungen im Export, die natürlich der Hafenstadt zugute kommen.

Berlin schied also ebenfalls aus, auch weil es zu weit weg von Salzburg liegt. Ist aber dennoch eine interessante Stadt, und langsam lernt sie hoffentlich aus ihren Fehlern der Vergangenheit.

Wien wäre nichts für mich gewesen. Ohne dass ich jetzt eingeschworene Wiener vergrätzen möchte, aber meinem Gefühl nach lebt diese Stadt irgendwie von der Substanz und Vergangenheit. Sicher, die großen Zeitungen, die Politik, einige NGOs sind in Wien ansässig, doch die großen Zeiten dieser Stadt sind leider bereits vorbei. Sie war eine Weltstadt in der KuK-Zeit. Danach wurde sie zu einem Provinznest, dass nur noch von Sissi, Heurigen und halt eben den ansässigen Medien gefeiert wird. Das sieht man auch irgendwie an der U-Bahn: Wien ist eine der wenigen Städte, die ich kenne, die echt eine U-Bahn betreibt, die eigentlich schon zum Bauzeitpunkt (70er Jahre) veraltet war, sei es die meist spärliche Dekoration der Stationen, die altertümlichen Wagen (schaut euch mal die Münchener oder Hamburger Ubahn an, mit was für Fahrzeugen die fahren, und vergleicht das mal mit den Klapperkisten in Wien, die merkwürdigerweise aber jünger sind als die DT3 in Hamburg. Altertümlichere Designs benutzt sonst man sonst nur im ÖPNV-resistenten Amerika, z.b. in New York.)

Dass die Stadt sich dennoch als Weltstadt ansieht, wegen UNO-City und so, ist echt Etikettenschwindel, wie kann etwas Weltstadt sein, dass weder bedeutend in der Politik ist noch einen Hafen besitzt?

München wäre ein Ort zum Wohnen. Ok, gäbe es die ganzen Yuppies nicht. Echt wahr, das Hauptproblem an München sind die ganzen Superreichen, die sich einbilden, sie wären etwas besseres, nur weil sie in München wohnen. Und diese Einbildung setzt sich durch die ganze Stadt fort, sogar die Hartz-IV-ler von Am Hart und Neugiesing sehen sich als was besseres als die Hartz-IV-Empfänger in anderen Regionen an. Und auch die Vorstädter sind da nicht besser. (Was aber auch kein Wunder ist: Ein Geltendorfer ist doch meist eigentlich ein Münchener, der nur wegen billigerer Grundstücke oder Mieten in Geltendorf wohnt, aber halt geprägt durch München.)

Dennoch: Von den Großstädten rund um Salzburg wäre wenn München wohl der attraktivste Wohnort, gerade weil diese Stadt versucht, aus ihrem "Kleinstadt"-Flair der letzten Jahrzehnte herauszukommen. In München fühlt man sich wie in einer modernen Großstadt.




Also Salzburg. Von den Kompromissen, die man eingehen kann, ist die Stadt doch sehr gut: Schönes Wohnen in guter Kulisse (die Berge rund herum), alles in der Nähe, und obwohl die Stadt recht klein ist (sind ja nur 140.000), so spürt man doch Großstadtflair. Und auch wenn die Leserbriefschreiber (z.b. die Anti-Kiefer-Fraktion und die mit den Festspiel-Dauerkarten) immer versucht, dieser Stadt ein ewig gestriges Flair zu geben, schaffen sie es doch nicht.

Diese Stadt hat irgendwie für alles ein Pro und ein Contra:

Z.B. nerven einen echt diese strohdoofen Touristen, die überallhin ihren Führern nachlaufen, sich das anschauen, worauf dieser zeigt, aber zu blöd sind, um auf einer Brücke die herannahenden Fahrräder zu sehen. Dann gibt es aber auch Besucher dieser Stadt, meist Individualreisende, mit denen man sich gerne unterhält.

Auch nervt einen dieses Doppelspiel vieler Salzburger. Auf der einen Seite wischen sie jedem Touristen, der ihnen 5 Euro gibt, gerne den Arsch ab. Aber wehe, jemand wagt es als Auswärtiger, in Salzburg wohnen zu wohnen. Der wird geschnitten, egal ob Russe, Türke oder gar Deutscher. Geht ja gar nicht, dass Nicht-Salzburger in Salzburg wohnen wollen. Außer sie haben Millionen auf dem Konto.

Ein Doppelspiel spielt die Stadt auch, was ihre Kultur angeht. Jedes Jahr gibt sie an mit Festspielhäusern, ewig gibt es irgendwelche Jubiläen zu feiern, sei es Mozart-Jahr, Bachjahr, 250 Jahre Schillerbesuch, 100 Jahre Karajan. Ein bekannter klassischer Künstler muss nur einmal 2 Tage Kururlaub in Salzburg gemacht haben, schon bildet sich die Stadt was darauf ein. Aber geht es um moderne Kunst, sei es in Musik, Malerei, Architektur oder Bildhauerei, wird verteufelt. Ein Quader wird dafür gerügt, dass er in einem Park steht. Als ob er auffallen würde gegenüber dem großen Quader auf dem Berg oder der neuen Fassade des Festspielhauses. Moderne Musik findet nur im Republic, Jazz-It oder in der ARGE statt. Alternative Kunst wird verheimlicht, Bildhauereien, die nicht dem Kunstempfinden einiger ewig gestriger bestehen, werden mutmaßlich beschädigt. Die Altstadt soll "frei bleiben von neumodischem Schnickschnack" wie Kugeln mit einer Person darauf (die irgendwie sehr nach dem Bürgermeister Heinz Schaden aussieht :D), aber gegen die Verschandelung mit Werbetafeln vor den Geschäften für Mozartkugeln, Milchkaffee oder einen Trödelmarkt mit Souvenirs, den es sicher auch nicht zu Mozarts Zeiten gab, wird nichts gesagt.

Interessant auch, wie man die Namen, die sich die Stadt gegeben hat, umdeuten könnte:
  • Mozartstadt
  • : Bekannterweise ist der Künstler vor dieser Stadt geflohen.
  • Universitätsstadt
  • : Die Studenten sind die letzten, für die die Stadt irgendetwas tut. Das weiss ich aus leidlicher Erfahrung.
  • Kulturstadt
  • : siehe oben.
  • Messestadt
  • : Mit so "herausragenden" Messen wie der jährlichen Bauernschau oder Ferienmesse.

    Und dennoch, hier lebe ich lieber als in Wien, München, Berlin oder Hamburg. Denn von meinem Gefühl hat diese Stadt mehr Zukunft als die eine Stadt (Wien), und auch wenn sie nie so weltmännisch sein wird wie München oder Salzburg, könnte sie doch noch einiges aus sich machen, wenn sie ihr Doppelleben beendet und ihre Potentiale besser nutzt. Dann könnte diese Stadt eine moderne, zukunftsorientierte, und dennoch ihre Geschichte würdigende Lebensstätte werden. Und wenn nicht: München ist nicht fern :P
    21.4.08 02:55


    Schlimmes Fernsehen

    Gut. Ich gebe es zu. Ich habe kurz geschmunzelt. Aber nur wegen dem Kommentar. Und das ist sogar noch böser als wenn ich wegen den Bildern geschmunzelt hätte.

    Aber von vorne, wovon rede ich grad? Von "Sport ist Mord", eine Sendung von RTL, in der, wie in so vielen Clip-Film-Sendungen, brisante Bilder kombiniert werden mit dümmlichen Kommentaren (ein weiteres Beispiel habe ich ja bereits in einem früheren Eintrag behandelt).

    Die Sendung ist eigentlich wie jede andere Clip-Show, gut, den Moderator haben sie eingespart, aber das hätten sie besser mit dem Kommentator und seinem Schreiber gemacht.

    Denn diese beweisen nur eines in vielen ihrer Kommentare: Superdummheit, Megaverbohrtheit und vor allem Giga-Asozialität.

    Anders kann ich es nicht beschreiben, wenn z.b. ein schwerer Motorrad-Unfall auf einer dt. Autobahn, bei dem der Motorradfahrer den Grip verliert, von seinem Motorrad rutscht und bei über 100 km/h von einem Golf überrollt, 50 m mitgezogen und schwer verletzt wird, mit einer absurden Geschichte über angebliche "Todeswinkelfreie Seitenspiegel" unterlegt wird.

    Mal eine Frage an die Medien-Kontrolleure: Wieso lasst ihr eine solche Scheisse durchgehen? Sowas ist schwer verharmlosend, übergeigt und widerspricht eindeutig dem vom Presserat ausgegebenen Gebot, das persönliche Schicksal von Menschen nicht zu verulken.

    Lieber Kommentator (der du ja den ganzen RTL-Clipshow-Müll kommentierst): Ich wünsche dir nicht, dass du in deinem Leben einmal einen solchen Unfall erleben musst. Aber dennoch sollten du und dein Schreiber langsam einmal lernen, nicht die Persönlichkeitsrechte von anderen Menschen mit Füßen zu treten. Du bist schließlich nicht bei der BILD! (Aber auch die dürfen das eigentlich nicht.)
    20.4.08 02:42


    [erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



    Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
    Werbung